Digitale Angebote sind Alltag, aber für rund 20 Prozent der Bevölkerung schwer oder gar nicht nutzbar. Eine Analyse zeigt, wo digitale Teilhabe scheitert.
Eine Analyse von EnableMe Insights macht sichtbar, wie häufig digitale Hürden den Alltag erschweren. Betroffen sind Menschen mit körperlichen oder sensorischen Behinderungen ebenso wie Personen mit chronischen oder psychischen Erkrankungen. Entstanden ist die Studie unter der Schirmherrschaft des Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen. Die Probleme zeigen sich oft dort, wo digitale Angebote besonders wichtig wären. Politische Informationen sind teils schwer auffindbar oder nicht barrierefrei aufbereitet. In Videos fehlen Untertitel, was die Meinungsbildung erschwert. Bei Veranstaltungen bleiben Angaben zur Zugänglichkeit unklar, viele Betroffene verzichten dann vorsorglich auf eine Teilnahme. Auch beim Onlineshopping und bei digitalen Dienstleistungen stossen Nutzer auf Hürden. Komplexe Formulare, unübersichtliche Abläufe oder Zeitdruck führen dazu, dass Prozesse abgebrochen werden. Besonders belastend ist das für Menschen mit ADHS, Autismus oder psychischen Erkrankungen. Der Bericht zeigt zugleich, dass viele Barrieren vermeidbar wären. Klare Navigation, verständliche Texte und barrierefreie Oberflächen würden die Nutzung für Menschen mit Behinderungen erleichtern und zugleich die Qualität digitaler Angebote insgesamt verbessern. Die Untersuchung bezieht sich auf den Kanton St. Gallen, die beschriebenen Probleme gelten jedoch als typisch für die ganze Schweiz. (aso)