AMD wächst stark mit Rechenzentren und KI-Chips. Der Aktie hilft das kaum, weil die Erwartungen inzwischen extrem hoch sind.
Der US-Chipriese AMD hat im zweiten Quartal 2026 kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um 50 Prozent auf 11,54 Milliarden US-Dollar, der bereinigte Gewinn je Aktie erreichte 1,66 Dollar. Eigentlich sind das starke Zahlen. Doch bei AMD zählt derzeit vor allem, wie schnell das Unternehmen im KI-Geschäft zu Nvidia aufschliessen kann. Genau dort schaut der Markt genauer hin, nicht nur auf Umsatzrekorde. Der grösste Schub kam aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Die Sparte wuchs um 107 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar und steht inzwischen für mehr als die Hälfte des Konzernumsatzes. Gefragt waren EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleuniger für KI- und Cloud-Infrastrukturen. Das Client-Geschäft mit Ryzen-Prozessoren legte um 23 Prozent zu. Gaming blieb dagegen schwach und verlor 31 Prozent. Auch der Ausblick fiel ordentlich aus. Für das dritte Quartal stellt AMD rund 13 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht und liegt damit über den durchschnittlichen Erwartungen. Trotzdem gab die Aktie nachbörslich um rund 8 Prozent nach. Die Messlatte im KI-Chipmarkt liegt inzwischen extrem hoch. AMD wächst stark, doch Anleger erwarten mehr: höhere Margen, mehr KI-Dynamik und klare Belege, dass Instinct dauerhaft Boden gutmacht. (lfa)