Mehr Daten, mehr KI, mehr Energiebedarf. Western Digital zeigt, wie Festplatten im KI-Umfeld weiter skaliert werden sollen.
Der US-amerikanische Speicherhersteller Western Digital mit Sitz in Kalifornien richtet seine Speicherstrategie stärker auf KI getriebene Datenmengen aus. Am Innovation Day 2026 stellte das Unternehmen eine aktualisierte HDD Roadmap vor und präsentierte sich zugleich unter dem neuen Firmennamen WD mit einem überarbeiteten Markenauftritt. Im Fokus stehen höhere Kapazitäten, mehr Leistung für datenintensive Anwendungen und ein geringerer Energieverbrauch. Aktuell befinden sich 40 Terabyte Festplatten bei Hyperscale Kunden in der Qualifizierung. Parallel treibt Western Digital die HAMR Technologie voran, mit der bis Ende des Jahrzehnts Laufwerke mit über 100 Terabyte möglich werden sollen. Ziel ist es, den Kapazitätsausbau ohne Brüche in bestehenden Architekturen umzusetzen. Neben der reinen Speicherdichte adressiert das Unternehmen auch Leistungsengpässe klassischer Festplatten. Neue Ansätze wie High Bandwidth Drive und Dual Pivot sollen die sequenzielle I O Leistung erhöhen und bestimmte KI Workloads wirtschaftlicher auf HDDs abbilden. Damit will Western Digital den Bedarf an teurem Flash Speicher reduzieren, ohne bestehende Systeme neu aufbauen zu müssen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Stromverbrauch. Speziell entwickelte, energieoptimierte HDDs sollen den Energiebedarf um rund 20 Prozent senken und die Lücke zwischen Warm und Kalt Speicher schliessen. Gedacht sind sie für grosse Datenbestände aus KI Training und Inferenz, die selten genutzt werden, aber kurzfristig verfügbar sein müssen. Ergänzend kündigte Western Digital eine Plattform Erweiterung mit offener API an, die ab 2027 verfügbar sein soll. Sie richtet sich an Unternehmen mit sehr grossen Datenvolumen, die hyperscaleähnliche Effizienz erreichen wollen, ohne ihre Speicherarchitektur grundlegend zu verändern. „Wir haben HDDs neu gedacht, um die Anforderungen von KI zu erfüllen“, sagt Irving Tan, Chief Executive Officer von WD. Entscheidend sei, Kapazität, Leistung und Energieeffizienz gemeinsam weiterzuentwickeln. (lfa)