Supraleiter sollen Datacenter-Strom sparen

Supraleitendes Kabel im SURE-Projekt. © INFN

Infrastruktur
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ASG Superconductors und INFN entwickeln ein supraleitendes Kabel für Rechenzentren. Der Prototyp soll Strom fast verlustfrei übertragen.

Der Energiehunger der Rechenzentren wächst, und mit KI wird er noch grösser. Genau dort setzt das italienische SURE-Projekt an. ASG Superconductors und das Nationale Institut für Kernphysik INFN entwickeln ein supraleitendes Stromkabel für Datacenter der nächsten Generation. Das Ziel klingt schlicht, ist technisch aber anspruchsvoll: grosse Strommengen mit möglichst geringen Verlusten übertragen. Dafür setzt das Projekt auf Magnesiumdiborid, kurz MgB₂. Das Material wird supraleitend und kann Strom nahezu widerstandsfrei transportieren, muss dafür aber stark gekühlt werden. Der Vorteil gegenüber klassischen Supraleitern liegt bei der Betriebstemperatur. MgB₂ arbeitet bei rund 20 Kelvin, also etwa minus 253 Grad Celsius. Das ist immer noch extrem kalt, aber deutlich einfacher zu erreichen als die rund 2 Kelvin, die bei Supraleitern in grossen Teilchenbeschleunigern üblich sind. Dadurch sollen die Kühlkosten deutlich sinken. SURE steht für «SUperconducting – REliability & Efficiency». Beteiligt sind ASG Superconductors, das INFN-LASA-Labor in Mailand und die nationalen INFN-Laboratorien in Frascati. Finanziert wird das Projekt über den italienischen Fonds für angewandte Wissenschaften FISA. Das Budget beträgt 5,8 Millionen Euro, abgeschlossen werden soll das Vorhaben bis 2031. Gebaut wird ein 50 Meter langer Prototyp für das neue Rechenzentrum des INFN in Frascati. Die Leitung ist für 1’500 Ampere bei 400 Volt ausgelegt und soll zeigen, ob supraleitende Stromversorgung im Datacenter-Betrieb praktisch funktioniert. Spannend ist nicht nur die Effizienz. Supraleitende Kabel könnten auch den Platzbedarf der Strominfrastruktur deutlich reduzieren. Das wäre vor allem für Rechenzentren in Städten oder an Standorten mit knapper Infrastruktur interessant, wo Strom, Fläche und Kühlung längst zu limitierenden Faktoren werden. Noch ist SURE ein Forschungs- und Demonstrationsprojekt. Der Ansatz zeigt aber, wohin die Debatte um KI-Infrastruktur läuft: Es reicht nicht mehr, nur über GPUs und Server zu sprechen. Die Stromversorgung selbst wird zum Teil der Datacenter-Architektur. (lfa)

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