Der Bundesrat sieht die Schweizer Halbleiterindustrie gut positioniert. Stärken liegen in Forschung, Nischen und diversifizierten Lieferketten.
Der Bundesrat hat den Bericht «Eine schweizerische Halbleiterstrategie (Swiss Chip Strategy)» verabschiedet. Darin kommt er zum Schluss, dass der Halbleitersektor in der Schweiz von stabilen politischen Rahmenbedingungen, internationalem Marktzugang sowie leistungsfähigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitiert. Halbleiter sind zentrale Bestandteile moderner Elektronik, von Computern über Smartphones bis zu Solaranlagen. Entsprechend komplex sind die globalen Wertschöpfungsketten, die von Forschung und Entwicklung über Fertigung und Test bis zum Vertrieb reichen. Laut Bericht bestehen für die Schweiz keine kritischen direkten Abhängigkeiten von einzelnen Ländern. Unternehmen haben ihre Lieferketten in den vergangenen Jahren gezielt diversifiziert. Wettbewerbsfähig ist die Schweiz vor allem bei spezialisierten Technologien, Komponenten für die Halbleiterfertigung sowie im Chipdesign für spezifische Anwendungen. In einzelnen Bereichen wie Vakuumlösungen nehmen Schweizer Unternehmen weltweit eine führende Rolle ein. Als zentrale Erfolgsfaktoren nennt der Bericht die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie sowie die Qualität der Forschungslandschaft. Herausforderungen bleiben hohe Produktionskosten, geopolitische Unsicherheiten und der Fachkräftemangel. In der Massenproduktion kann die Schweiz als Hochlohnland nicht mit grossen Industriestaaten konkurrieren. Der Bundesrat sieht weiteres Potenzial in der Stärkung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, im Abbau regulatorischer Hürden und in öffentlich privaten Partnerschaften. Eine wichtige Rolle spielen dabei Förderinstrumente wie die EU Forschungsprogramme, die SwissChips Initiative sowie Mittel von Innosuisse und dem Schweizerischen Nationalfonds. Der Bericht wurde im Auftrag des Parlaments erstellt und skizziert Chancen, Risiken und Handlungsfelder für den Schweizer Halbleitersektor. (pdm)