Am Cisco Connect in Zürich stand weniger die KI selbst als die Infrastruktur dahinter im Mittelpunkt.
Auf dem Cisco Connect im Circle Convention Center in Zürich drehte sich vieles um die Frage, wie Unternehmen künstliche Intelligenz produktiv einsetzen können. Die zentrale Botschaft des Netzwerkausrüsters: Ohne leistungsfähige und sichere Netze wird der breite Einsatz von KI kaum möglich sein. «Die Schweiz steht an der Schwelle zur nächsten Technologiewelle: KI ist Realität, Quantum kommt. Jetzt entscheidet sich, wer durch Automatisierung, Vernetzung und Sicherheit die Führung übernimmt», betonte Chris Tighe, Geschäftsführer von Cisco Schweiz, in seiner Eröffnungsrede. Cisco stützt diese Einschätzung auf den aktuellen AI Networking Report. Demnach erwarten viele Unternehmen, dass sich ihr KI-bedingter Netzwerkverkehr in den kommenden drei Jahren mehr als verdreifachen wird. Als Treiber gelten KI-Agenten, die innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Datenbankabfragen, API-Aufrufe und Inferenzprozesse auslösen. Laut der Studie rechnen 73 Prozent der befragten Unternehmen damit, innerhalb der nächsten zwei Jahre an Kapazitätsgrenzen ihrer Netzwerke zu stossen. 76 Prozent sehen Modernisierungsbedarf, während nur 23 Prozent ihre Infrastruktur bereits ausreichend vorbereitet sehen. Besonders unter Druck geraten laut Cisco drahtlose Netzwerke. Rund die Hälfte der Befragten nennt WLAN als Bereich mit den grössten zusätzlichen Kapazitätsanforderungen durch KI-Anwendungen. Neben der Netzwerkkapazität rückt auch die Sicherheit in den Fokus. 71 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sich KI-bezogene Bedrohungen schneller entwickeln als die eigenen Schutzmassnahmen. 92 Prozent geben an, mit dieser Entwicklung kaum Schritt halten zu können. Bei 90 Prozent haben KI-bezogene Sicherheitsvorfälle laut Studie bereits Schäden verursacht. Für den AI Networking Report befragte das Marktforschungsunternehmen Foundry im Auftrag von Cisco weltweit 3472 CIOs sowie Technologie- und Netzwerkverantwortliche. Die Erhebung wurde zwischen März und April 2026 durchgeführt. (aso)