Rechenzentrum unter Quarantäne?

  Johan van den Boogaart, Zerto 24. März 2020
Rechenzentrum unter Quarantäne? © Fractal Verlag/123rf

    Die Schweiz steht wie viele Länder kurz vor einer Ausgangssperre. Eine solche Massnahme hat natürlich Folgen für alle Bereich des Lebens. Auch der Betrieb on Rechenzentren ist davon betroffen, denn die Gefahr für Ausfälle der IT steigt damit stark an.

    Die aktuelle Pandemie zwingt Regierungen zu drastischen Massnahmen. Zahlreiche Länder haben bereits eine de facto Ausgangssperre verhängt - und die Bevölkerung damit unter Quarantäne gestellt. Das hat selbstverständlich Einfluss auf alle Ebenen des Lebens und Unternehmen kämpfen an vielen Fronten, um ihre Mitarbeiter in Sicherheit zu wissen. Gleichzeitig muss der Betrieb so reibungslos wie möglich weiterlaufen. Unternehmen, die ihr Geschäft hauptsächlich über das Internet abwickeln, scheinen im Vergleich zu denen in anderen Branchen im Vorteil: Kunden und Mitarbeiter können bequem von Zuhause aus arbeiten oder die Dienstleistungen nutzen. Doch was passiert, wenn die Rechenzentren, in denen die Dienstleistungen gehostet werden, von einer bundesweiten Quarantäne betroffen sind? In diesem Fall können Unternehmen die Verfügbarkeit ihrer Systeme nicht mehr garantieren. Damit beeinflusst das Virus die DR-Strategien vieler Unternehmen, die sich bisher sicher wähnten.

    DR-Rechenzentrum - Wie weit weg ist weit genug?
    Viele Unternehmen sichern ihre primären Rechenzentren mit gespiegelten DR-Sites ab, die aufgrund der Latenz meist weniger als 35 Kilometer vom Hauptrechenzentrum entfernt sind. Experten denken, dass diese Entfernung Unternehmen vor den Folgen lokaler Katastrophen schützen kann. Dazu gehören etwa Überschwemmungen, Erdrutsche, Stürme, nukleare Unfälle oder Waldbrände. Das Coronavirus und die von der WHO ausgerufene Pandemie machen dieser gut gemeinten Strategie nun einen dicken Strich durch die Rechnung. Denn im Falle einer bundesweiten Quarantäne wäre es relativ egal, wie weit zwei redundante RZs voneinander entfernt lägen Bei einem Systemausfall wäre bei einer allgemeinen Ausgangssperre in der Schweiz niemand in der Lage die Hardware wieder zum Laufen zu bringen. Damit hat dieses reale Szenario einen direkten Einfluss auf die DR-Strategien der Unternehmen. Denn wie lassen sich Daten und Workloads effektiv absichern, wenn eine Pandemie die Welt teilweise lahmlegt?

    Journalbasierte asynchrone Replikation ermöglicht BC/DR über weite Entfernungen
    Die Absicherung von Rechenzentren über weitere Entfernungen als circa 40 Kilometer stellte viele Organisationen bereits vor technische Probleme: Denn die Latenz zwischen den Rechenzentren wird beim neuen Mindestabstand zu hoch, um Unternehmen mit traditionellen Hochverfügbarkeits- und Backup-Lösungen gegen Systemausfälle und logische Fehler, wie etwa Ransomware-Attacken, zu schützen. Um BC/DR auch über weite Strecken zu garantieren, setzen mehr und mehr Unternehmen auf neue Technologien wie etwa asynchrone Replikation auf Basis vom Journaling statt Snapshots. Dank journalbasierter Technologie können Unternehmen ihre Applikationen mit minimalem Datenverlust, Ausfallzeiten, Performance Overhead und Bandbreitenutzung effektiv und effizient über grosse Entfernungen schützen. Diese Methode öffnet nun auch die Tür für die Nutzung des ultimativen DR-Standortes: die Cloud.

    Durch die Absicherung aus der Cloud kann ein Unternehmen das Sicherheitsniveau seiner BC/DR-Strategie erhöhen - und somit auch landesweiten Qurantänen trotzen. Mit One-to-Many-Replication sogar in mehrere Clouds gleichzeitig.

    Die Cloud als ultimatives DR-Rechenzentrum
    Journalbasierte Replikation in Zusammenhang mit Recovery Automation und Orchestrierung erlaubt BC/DR auch aus der Cloud heraus. In der Praxis ist dies sogar sehr einfach: Nach der Installation einer Replikationssoftware und der Wahl des passenden Cloudanbieters repliziert die Software in die Cloud und bietet fortan Disaster Recovery und Backup aus der Cloud. Anders als ein kleines Backup-Rechenzentrun ist die Cloud auf globaler Ebene abgesichert und damit gleich mehrere Stufen sicherer. So schützt sie vor Ausfällen, selbst dann, wenn ein kompletter Kontinent und alle darin befindlichen Rechenzentren ausfallen sollten. Unternehmen, die auf diese Technologie setzen, erhöhen sofort das komplette Sicherheitsniveau ihrer BC/DR-Strategie.

    Fazit
    Unternehmen, die auf durchgängige Verfügbarkeit ihrer Applikationen angewiesen sind, müssen ihre BD/DR-Strategien an durchaus reale Katastrophen anpassen. Die Absicherung von Daten und Workloads über Technologien wie journalbasierte Replikation oder der Cloud bietet eine Lösung, die möglichen Folgen landesweiter Ausgangssperren, wie wir sie momentan erleben, abzusichern.

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