Speicherknappheit und hohe Nachfrage aus Rechenzentren treiben die Preise für PCs, Grafikkarten und Komponenten nach oben.
Wer 2026 einen Gaming-PC aufrüsten will, muss tiefer in die Tasche greifen. Vor allem Speicher wird knapper und teurer, was sich direkt auf Grafikkarten, SSDs und andere Komponenten auswirkt. Die Folgen zeigen sich bereits im Markt. Laut Bitkom haben 37 Prozent der Gamer in Deutschland geplante Käufe von Geräten, Zubehör oder Bauteilen wegen gestiegener Preise verschoben. Es geht also nicht nur um High-End-Grafikkarten, sondern um den breiteren Hardware-Markt. Der Engpass liegt vor allem beim Speicher. Die Marktforscher von Gartner erwarten bis Ende 2026 deutlich steigende Preise bei DRAM und SSDs. Besonders stark spüren das Hersteller, die auf Grafikspeicher wie GDDR6 und GDDR7 angewiesen sind. Im Hintergrund verschieben sich die Prioritäten der Chipindustrie. Speicherhersteller liefern stärker in Richtung Rechenzentren, KI-Server und High Bandwidth Memory, weil dort höhere Margen winken. Für Consumer-Hardware bleiben dadurch weniger Kapazitäten übrig. Auch PC Partner, die Gruppe hinter Marken wie Zotac, Inno3D und Manli, verweist auf steigende Kosten für Grafikspeicher. Bei Grafikkarten dürfte der Druck deshalb besonders dort sichtbar werden, wo Käufer preissensibel sind: im Einsteiger- und Mainstream-Segment. Anders als in früheren Preiswellen ist diesmal nicht der Kryptomarkt der Auslöser. Der Zug kommt aus den Rechenzentren. Dort treiben Cloud, KI-Training und Inferenz den Bedarf an Speicher und Rechenleistung nach oben. Für Gamer ist die Lage unangenehm: Aufrüsten wird teurer, aber Abwarten ist keine sichere Sparstrategie. Branchenbeobachter rechnen damit, dass hohe Speicherpreise und knappe Kapazitäten bis 2027 spürbar bleiben könnten. (lfa)