Ericsson und Intel wollen 6G schneller in die Praxis bringen und setzen dabei auf KI-native Netzarchitekturen.
Ericsson und Intel bauen ihre langjährige Zusammenarbeit aus und wollen den Übergang von der 6G-Forschung in kommerzielle Anwendungen beschleunigen. Die Partnerschaft wurde zum Auftakt des Mobile World Congress 2026 in Barcelona vorgestellt. Im Zentrum steht die Entwicklung sogenannter KI-nativer Netze. Die Kooperation umfasst Rechenarchitekturen, Konnektivität, Cloud-Technologien sowie Beiträge zur Standardisierung. Sie erstreckt sich über Kernnetz, RAN und Edge-Infrastrukturen. Ziel ist es, Netzarchitekturen offener, effizienter und wirtschaftlicher zu gestalten. Nach Angaben der Unternehmen soll 6G nicht nur höhere Datenraten liefern, sondern Künstliche Intelligenz systematisch in Netze integrieren. Geplant sind Architekturen, die sowohl „AI for Networks“ als auch „Networks for AI“ unterstützen. Damit sollen Netze intelligenter, programmierbarer und enger mit Rechenressourcen verzahnt werden. Die Partner verweisen auf bestehende Projekte im Bereich Cloud RAN und 5G Core. Auf dem MWC 2026 zeigen beide Unternehmen mehrere Demonstrationen rund um KI-gestützte RAN-Lösungen, Core-Netze und offene Infrastruktur. Intel bringt unter anderem seine Xeon-Prozessoren und künftige Fertigungstechnologien ein. Ericsson setzt auf eigene Siliziumentwicklungen und Erfahrung bei grossflächigen Netzimplementierungen. 6G befindet sich derzeit noch in einer frühen Phase der Standardisierung. Mit der vertieften Kooperation wollen Ericsson und Intel dazu beitragen, die Voraussetzungen für kommerzielle 6G-Implementierungen in den kommenden Jahren zu schaffen. (aso)