Trends bei Datenmanagement und -storage: Wo Daten am besten aufgehoben sind

Trends bei Datenmanagement und -storage: Wo Daten am besten aufgehoben sind

    Längst vorbei sind die Zeiten, in denen IT-Verantwortliche ihren jährlichen Speicherbedarf einigermassen planen konnten, die Technologieauswahl war überschaubar. Ganz anders heute: Von Flash bis Cloud existiert ein breites Angebot, selbst das totgesagte Tape erlebt in Zeiten von Ransomware ein Revival. Worauf sollen Unternehmen in Sachen Speicher also setzen? Dabei sollte zuerst die übergeordnete Frage beantwortet werden: Wie wollen Unternehmen ihre Daten in Zukunft besser nutzen und schützen?

    Wachstum, Wertigkeit, Schutz und Verfügbarkeit von Daten lauten die vier zentralen Herausforderungen, vor denen Un­ternehmen stehen. Sie müssen sich auf ein riesiges Datenwachstum in relativ kurzer Zeit einstellen: Während sich 2019 die globalen Da­tenbestände auf etwa 40 Zettabytes beliefen, sollen sie bis 2025 auf 175 Zettabytes anwachsen, schätzt IDC International Data Corpora­tion. Gleichzeitig steigt der Wert dieser Daten: Sie sind das Öl des 21. Jahrhunderts, das ist mittlerweile schon Allgemeinplatz. Das er­fordert Transparenz: Wo werden wichtige Daten erzeugt, wo sind per­sonenbezogene Daten gespeichert, wer kann darauf zugreifen, wie werden sie genutzt? Das ist auch wichtig für die Einhaltung interner wie externer Compliance-Auflagen und Datenschutzrichtlinien. Ganz zu schweigen von der digitalen Bedrohungslage, die ungeahnte Aus­masse annehmen kann. Womit wir beim Thema Verfügbarkeit wären: 100 Prozent erwarten die Anwender, also unterbrechungsfreien Zugriff auf alle Daten und Anwendungen, rund um die Uhr und überall. Ist das realistisch? IT-Ent­scheider gaben in einer Veeam-Umfrage 2019 an, dass maximal zwei Stunden Ausfallzeit geschäftskritischer Anwendungen tolerierbar seien. Dieses Zeitfenster wird weiter schrumpfen, denn das Geschäft stellt hohe Erwartungen an die IT. Entsprechend werden Toleranzen und Zeitverzögerungen bei Ausfällen oder Betriebsunterbrechungen in Ser­vice Level Agreements (SLAs) 2020 stark nach unten korrigiert.

    Daten geben den Takt vor
    Immer mehr Geschäftsprozesse sind durchgängig digitalisiert und laufen über mehrere Betriebsplattformen, von Edge über das Rechen­zentrum bis in die Cloud. Das stellt sehr hohe und diverse Anforde­rungen an Datensicherung und Datenmanagement: Daten müssen jederzeit mobil, verfügbar und verknüpfbar sein. Laut den Analysten von Forrester wird 2020 ein Schlüsseljahr für die Datenstrategie. Ent­sprechend prognostizieren sie in ihren Forrester Predictions 2020 ei­nen deutlichen Anstieg der Investitionen in Datenspeicher und Da­tenmanagement. Je nach Strategie müssten Unternehmen ihre entsprechenden Budgets mindestens verdoppeln, wenn nicht verdrei­fachen. Doch die rasanten Zuwächse bei externen Speichersystemen blieben 2019 aus. Laut IDC schrumpfte der Umsatz mit Unternehmen im vierten Quartal 2019 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht. Gleich­zeitig stieg jedoch der Umsatz mit grossen Cloud-Providern und auch hyperkonvergente Systeme sind auf dem Vormarsch. An erster Stelle steht auch weniger die Frage nach der passenden Speichertechnolo­gie, sondern vielmehr eine Managementstrategie zu implementieren, die einen sicheren Zugriff auf Daten und Services erlaubt, in Echtzeit und von jedem Standort aus – und dabei ein Gleichgewicht zwischen Datenschutz und Datenverfügbarkeit zu erreichen.

    Cloud-Datenmanagement verbessert Datenmobilität und -portabilität
    Immer mehr Unternehmen erkennen die Bedeutung von Datenmana­gement, denn es hilft ihnen, dieses Gleichgewicht über Betriebsplatt­formen hinweg sicherzustellen. Laut einer Veeam-Umfrage sehen drei Viertel der IT-Verantwortlichen weltweit im Cloud-Datenmanagement die Basis für eine intelligentere Organisation. Setzen Unternehmen ihr Datenmanagement Software-definiert und damit Hardware-un­abhängig um, bewahren sie sich die Flexibilität, zu jeder Zeit die bedarfsgerechte Speichertechnologie einzusetzen, Dienstleister einzu­binden und sich Entwicklungspfade offen zu halten. Zuverlässiger Datenschutz, Datensicherheit und Datenmanagement in hybriden Infrastrukturen erfordern ein ausgeklügeltes Zusammen­spiel zwischen Backup, Replikation und Disaster Recovery. Cloud-Datenmanagement führt diese Disziplinen über alle Betriebsplattfor­men und den gesamten Lebenszyklus von Daten hinweg zusammen. Backup ist auch weiterhin die Ausgangsbasis für zuverlässigen Daten­schutz und moderne Lösungen überzeugen durch Bedienungskomfort, Flexibilität, Skalierbarkeit und Zuverlässigkeit. Umfangreiche Verbes­serungen, etwa bei der Übertragung, Speicherung und Automatisie­rung haben Backups beschleunigt und laut einer Veeam-Umfrage si­chern und replizieren bereits heute fast ein Drittel (29 Prozent) der Unternehmen ihre geschäftskritischen Anwendungen kontinuierlich. Gerade im Interesse der Business Continuity sollten Unternehmen jetzt verstärkt veraltete Backup-Produkte ablösen: Moderne Anwendungen erfordern moderne Absicherung. So komplex hybride IT-Infrastruktu­ren sind, bieten sie doch für plattformübergreifendes Datenmanage­ment eine Chance: Daten auf unterschiedlichen Betriebsplattformen gegeneinander abzusichern, also beispielsweise Daten aus SaaS-Anwendungen On-Premises zu speichern und die Cloud ebenso für schnel­les Failover als auch Langzeitspeicher einzusetzen.

    Die Cloud als das neue Tape?
    Immer mehr Unternehmen integrieren Private- und Public-Cloud-Plattformen in ihre IT-Strategie und -Infrastruktur. Auch wenn sich in Sachen Public Cloud und Kosteneinsparungen etwas Ernüchterung breitgemacht hat, ergeben sich für die Datensicherung sowie als Failover- oder Failback-Lösung interessante und schnelle Automati­sierungsmöglichkeiten: So können bei Ausfällen Workloads vordefi­niert zwischen On-Premises- und Cloud-Plattformen migriert, verschoben oder wiederhergestellt werden, um so Verfügbarkeit zu gewährleisten. Zudem eignet sich die Public Cloud als Langzeitda­tenarchiv. Zusätzliche Sicherheit vor internen wie externen Bedrohungen bietet zum Beispiel auch der S3 Object Lock von AWS: So können Backup-Daten vor versehentlichem oder absichtlichem Löschen oder Verändern geschützt werden. Damit avanciert Cloud-Sicherung im Rahmen der 3-2-1-Regel (3 Datenkopien auf 2 unter­schiedlichen Medien und 1 Kopie extern aufbewahren). Auch zu einer interessanten Alternative zum Tape, gerade wenn ganz unterschiedliche Standorte abgesichert werden müssen und die Cloud ihre Mobilität als Stärke ausspielen kann. Die Variationsmög­lichkeiten sind vielfältig und lassen sich – regelbasiert oder ereignis­gesteuert – orchestrieren und automatisieren.

    Jetzt zählt schnelle Wiederherstellung
    2020 wird sich der Fokus von Backup auf die Wiederherstellung ver­lagern. Immer mehr Daten werden als geschäftskritisch eingestuft, somit sind Daten- und Zeitverluste nicht hinnehmbar. Daten müssen zu 100 Prozent und innerhalb von Minuten wiederherstellbar sein. Auch hierfür bietet software-basiertes Datenmanagement zahlreiche Automatisierungs- und Self-Service-Funktionen für User, die An­wendungsverfügbarkeit herstellen.
    Die Unmengen gesicherten Volumens müssen auch nicht «nutzlos» – ausser für den Notfall – gespeichert werden. Das Stichwort lautet hier «Data Re-use»: Sicherungsdaten werden in Zukunft vermehrt für Forschungs-, Entwicklungs- und Testzwecke eingesetzt. Von IT-Forensik bis hin zur Anwendungsentwicklung verbessert dies Ent­scheidungs- und Entwicklungsprozesse.

    Blockchain als Denkansatz für die Zukunft
    Denkt man über 2020 hinaus, könnte Blockchain auch eine Techno­logie für Datenspeicherung sein. Heute kategorisiert man Datenspei­cher nach On-Premises, Cloud oder Ressourcen in einem Colocation-Rechenzentrum. Mit der Blockchain wird es möglich, sichere, dezentrale Speicher zu schaffen – auf einer Art Speichermarktplatz. Der könnte ähnlich aussehen wie im Energiemarkt: Ein gemeinsa­mes Speichernetz mit Anbietern und Verbrauchern, alles von Block­chain gestützt. Unternehmen mit überschüssigen Kapazitäten tre­ten als Anbieter für solche mit Bedarf nach lokalem Speicher auf. Wenn diese Anbieter ihre Überschüsse doch benötigen, stellt die Blockchain einen nahtlosen Übergang der Kundendaten an einen passenden Speicherort sicher, auf der Basis von Regeln wie Leistung, Richtlinien und Service Level Agreements – ein neues, verteiltes Mo­dell für die Datenspeicherung. 

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