Koexistenz – das Zauberwort für die IT von morgen

  Berthold Wesseler
Koexistenz – das Zauberwort für die IT von morgen

    Trends wie Social Business, Big Data, Security, Mobility oder Cloud Computing führen zu grossen Veränderungen in der IT. Bei den meisten geschäftlichen Vorgängen der kommenden Jahre rücken die schnelle Bereitstellung von Lösungen und die Sicherheit der Daten in den Mittelpunkt, ebenso die Koexistenz verschiedener Plattformen. Dabei geht es um zweierlei: Erstens die elektronische Kommunikation effizient zu steuern und sie zweitens mit den neuen Tools des «Social Business» geschickt zu verknüpfen. Denn isoliert für sich sind klassische IT und «Social Business» nicht in der Lage, künftig die Kommunikationsprozesse im Unternehmen komplett zu unterstützen.

    Zum Verständnis von Collaboration-Plattformen und ihrer Integration in die Geschäftsprozesse und IT-Infrastrukturen gehören vier Kompetenzen: Security, Portal & BPM, Mobilität und Modernisierung. Auch Trends wie «Social Business», «Big Data» oder «Cloud Computing» führen zu grossen Veränderungen in der IT, die sich spätestens mittelfristig auch auf die Kommunikationsprozesse und -strukturen auswirken. Bei den meisten geschäftlichen Vorgängen der kommenden Jahre wird dabei neben der schnellen und flexiblen Bereitstellung von Lösungen das Thema Sicherheit in den Mittelpunkt rücken. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Ausspäh-Affären rund um NSA, Prism & Co. legen die IT-Chefs Wert auf vertrauenswürdige Lösungen zur Wahrung des Datenschutzes. Durchgängige Sicherheit und die Koexistenz neuer und bewährter Anwendungswelten werden zu den wichtigsten Antworten auf drängende Fragen nach der Zukunftsfähigkeit ihrer IT.

    E-Mail als Konstante im Kommunikations-Mix
    Dabei bleibt die E-Mail eine Konstante im Kommunikations-Mix der Unternehmen – immer dann, wenn es um den schnellen Austausch von Informationen im Team geht. Fraglos hat sich die Teamarbeit in den letzten Jahren bereits gewandelt, indem die zwanzig Jahre alte E-Mail «Begleiter» bekommen hat: Internet-Telefonie und «Social Business». Die Kommunikation ist dank E-Mail sehr einfach, günstig und schnell geworden. Damit ändert sich auch die Erwartungshaltung des Senders einer Nachricht, der eine prompte Antwort erwartet. Das kann in Unternehmen zu Produktivitätsverlusten führen, weil die Mitarbeiter durch eintreffende Nachrichten ständig in ihrer Arbeit abgelenkt werden. Manche IT-Chefs beklagen aber auch schon Engpässe in der IT-Infrastruktur, weil die Vielzahl grosser Mail-Anhänge Server und Netzwerke verstopft. Auch vom drohenden Burn-out ist die Rede, wenn Mitarbeiter gar nicht mehr «abschalten» können und selbst nach Feierabend Mails beantworten. Das liegt daran, dass viele Unternehmen globaler geworden sind – und damit auch die Kommunikation. Kollegen, Kunden und Lieferanten arbeiten in anderen Zeitzonen, sodass Anrufe oder Mails auch nachts eintreffen. Deshalb wollen viele Unternehmen hier gegensteuern. Das Thema «Work Life Balance» kocht gerade hoch – und wird sowohl auf organisatorischer als auch auf technischer Ebene adressiert. Derzeit suchen Unternehmer, Politiker und Gewerkschafter händeringend nach brauchbaren Regelungen. Dafür gibt es auch schon erste technische Lösungen – etwa für Unternehmen, die nach Feierabend oder am Wochenende gar keine Mails mehr an ihre Mitarbeiter mehr weiterleiten. Die kommen dann erst morgens zu Dienstbeginn an. Das wird durch entsprechende Betriebsvereinbarungen untermauert, sodass die Mitarbeiter wissen: Wir müssen nicht rund um die Uhr erreichbar sein! Natürlich lassen sich Ausnahmen definieren, beispielsweise für Notfälle oder für bestimmte Abteilungen wie den Kundendienst, die auch nachts erreichbar sein müssen.

    Verfrühter Abgesang auf die E-Mail
    Die E-Mail-Flut hat schon zum Abgesang auf die elektronische Post geführt, doch Totgesagte leben bekanntlich länger. Die nächste Software-Generation verbindet deshalb die Stärken der E-Mail mit den Stärken des «Social Business», denn bei der E-Mail von morgen geht es um zweierlei: Erstens die elektronische Kommunikation effizient zu steuern und sie zweitens mit den Tools des «Social Business» geschickt zu verknüpfen. Isoliert für sich wären weder E-Mail noch «Social Business» in der Lage, künftig die Kommunikationsprozesse im Unternehmen vollumfänglich zu unterstützen. Deshalb gilt es für den IT-Chef, die vorhandenen Mail-Systeme um Social-Business-Komponenten wie IBM Connections, Microsoft Sharepoint oder entsprechende Produkte bzw. Open-Source-Lösungen und Cloud-Services zu ergänzen. Damit wird es möglich, Informationen eleganter zu teilen, als sie als Anhang per E-Mail von A nach B zu verschicken und dann von B aus an diverse Stellen weiterzuleiten. Vielmehr wird der Anhang der Mail automatisch in Sharepoint oder Connections abgelegt und dann nur noch der Link auf das Dokument weitergeleitet. Der Vorteil: Es gibt weiter die zentrale Ablage für wichtige Informationen und dennoch wird die Infrastruktur entlastet, da die Anhänge nicht mehrfach gespeichert und weitergeleitet werden. Eine geschickte Kopplung dieser Systeme kitzelt das Beste aus beiden IT-Welten heraus. Diese Kopplung kann nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen sinnvoll sein, sondern auch wegen der Akzeptanz vorhandener Anwendungen, dem Projektrisiko einer Neuentwicklung oder schlicht und ergreifend aus Zeitmangel. Die Möglichkeiten der Kommunikation jedenfalls wachsen exorbitant – und der IT-Chef muss schauen, wie er diese Möglichkeiten in Einklang mit seiner Infrastruktur bringt. Dabei kann es auch sinnvoll sein, sich von manchen alten Technologien zu trennen. In den meisten Fällen geht es aber darum, die bewährten Anwendungen um neue Features anzureichern, also die alte und die neue IT-Welt im Sinne einer Koexistenz zu verbinden und im Sinne der Wirtschaftlichkeit und Akzeptanz das Beste aus den vorhandenen IT-Systemen für das Unternehmen herauszuholen. Mit dieser Aufgabe werden sich viele IT-Leiter in den nächsten Jahren befassen müssen.

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