Zu viele Führungskräfte verstehen den Wert von Daten nicht

06. September 2018
Zu viele Führungskräfte verstehen den Wert von Daten nicht © Fractal Verlag/123rf

    Laut einer unabhängigen Studie im Auftrag der Exasol, Hersteller von analytischen In-Memory-Datenbanksystemen, ist in den letzten fünf Jahren bei den meisten Unternehmen die Abhängigkeit von Daten spürbar gestiegen. Dies gaben 79 Prozent der im Rahmen der Studie Making the Enterprise Data Centric befragten IT- und Business-Entscheider an.

    Für 80 Prozent der Unternehmen sind ihre Daten geschäftskritisch. Sie würden, nach eigenen Angaben, ohne ihre Datenquellen nicht funktionieren. Dies ergab die Studie Making the Enterprise Data Centric, die das auf Technologie spezialisierte Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag der Exasol AG durchführte. Befragt wurden jeweils 250 IT- bzw. Business-Entscheider in Deutschland und Grossbritannien.

    25 Prozent der Befragten gaben sogar an, vollständig auf ihre Daten angewiesen zu sein, um den täglichen Betrieb sicherzustellen und somit eine valide Basis für Entscheidungen zu haben. Die grosse Mehrheit der Unternehmen (79 Prozent) ist heute von ihren Daten abhängiger als noch vor fünf Jahren, 39 Prozent der befragten Entscheidungsträger spüren diese Entwicklung sogar deutlich. Ganze 29 Prozent der Unternehmen verfolgen, laut ihren Angaben, aktiv die Strategie, Daten gezielt ins Zentrum des Business zu rücken.

    Der Report zeigt auch Widerstände auf, die innerhalb der Unternehmen herrschen: Bei 23 Prozent datengetriebener Projekte kam es zu Fehlern, weil es an der Unterstützung durch den Vorstand mangelte. Weitere Umfrageergebnisse untermauern dies: Mehr als ein Viertel (27 Prozent, in Grossbritannien 32 Prozent, in Deutschland 22 Prozent) aller befragten IT- und Business-Entscheider bemängeln, dass ihre Führungskräfte nicht verstehen, welche Rolle Daten im Unternehmen spielen und welchen Wert sie darstellen. Grosse Unterschiede traten dabei im Vergleich der Branchen zutage. Während im Energiesektor 88 Prozent der Befragten angaben, ihre Führungskräfte hätten den Wert der Daten erkannt, waren dies im Industriesektor nur 71 Prozent, im Baugewerbe 67 Prozent und bei den Finanzdienstleistern nur 61 Prozent.

    Sich ständig ändernde Anforderungen an das Business sowie offizielle Vorschriften und Regelungen sorgen für unterschiedliche Verantwortlichkeiten des C-Level-Managements. Obwohl sich ein Trend abzeichnet, dass immer mehr CMOs für Technologie-Projekte verantwortlich sind, zeigt die Studie, dass die Verantwortlichkeit für Data Analytics nach wie vor zumeist beim CIO liegt (38 Prozent). Bei 22 Prozent der Unternehmen ist der CEO und bei 11 Prozent der CTO dafür verantwortlich.

    Besonders starkes Interesse an Daten besteht bei den CEOs in Grossbritannien (29 Prozent) - im Vergleich dazu sind dies in Deutschland nur 14 Prozent. Demgegenüber sind bei Finanzdienstleistern, bei denen Business Intelligence seit langem jede Entscheidung beeinflusst, nur 6 Prozent der CEOs für Data Analytics verantwortlich, viel häufiger fällt diese Rolle hier dem CIO zu (43 Prozent). In allen Branchen ist erkennbar, dass immer seltener der CFO der Eigentümer der Daten ist, da BI nun immer häufiger unter Data Analytics subsumiert wird.

    Nur ein Prozent der befragten Unternehmen sehen sich derzeit als datengetriebenes Unternehmen, aber die Mehrheit der Unternehmen strebt dieses Ziel an. Der Bericht Making the Enterprise Data Centric untersucht die Entwicklungen in allen Branchen und liefert eine Momentaufnahme von der Situation der mittelständischen Unternehmen und der Herausforderungen, mit denen sie bei der Modernisierung ihrer Datenstrategien konfrontiert sind.

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