Betrüger machen Onlinehandel zu schaffen

15. November 2017
Betrüger machen Onlinehandel zu schaffen Bild: Fotolia/CRIF

    Der Schweizer Online-Handel erlebt ein anhaltend starkes Wachstum. Allein im Jahr 2016 wuchs der Versand- und Onlinehandel in der Schweiz laut dem VSV Verband des Schweizerischen Versandhandels um 8.3% auf 7.8 Mrd CHF.  Mit dem wachsenden Umsatzvolumen nehmen jedoch auch die Betrugsversuche im Online-Handel zu.

    Dies bestätigt auch die Umfrage, welche im Oktober 2017 von der Crif in Zusammenarbeit mit dem VSV Verband des Schweizerischen Versandhandels bei Schweizern Online- und Versandhändlern durchgeführt wurde. Über 92% aller befragten   Händler   geben   an,   dass   Sie   bereits   einmal   von   Betrug   betroffen   waren.   Über   ein   Viertel   der Umfrageteilnehmer sagt, dass der Betrug gegenüber 2016 angestiegen ist. 50 Prozent der Befragten geben an, dass die Betrugsversuche im Rahmen des Vorjahres geblieben sind.

    Betrugsformen
    Wie bei der Umfrage im 2016 ist die häufigste Betrugsform bei Personen festzustellen, welche Waren bestellen und im Vornherein wissen, dass sie diese nicht bezahlen können. Das zweithäufigste genannte Betrugsmuster sind Besteller, die mit verfälschten Angaben Waren kaufen gefolgt von Bestellern, welche abstreiten, dass sie die Ware erhalten haben. Eine steigende Anzahl Betrugsfälle ist auch im Bereich Identitätsdiebstahl und gestohlene Zahlungsdaten auszumachen.

    Erlittene Verluste
    Bei der Umfrage gaben 75 Prozent der Teilnehmer an, dass der erstandene Verlust unter 1 Prozent des Umsatzes liegt, bei 17 Prozent der Befragten liegt dieser immerhin bei 1-2  Prozent des Umsatzes und bei 4 Prozent liegt der Verlust sogar bei über 4 Prozent im Verhältnis zum Umsatz. 

    Massnahmen
    Über 95.6 Prozent der befragten Händler gaben an, dass sie Massnahmen zur Betrugserkennung vornehmen. Dies sind 5 Prozent mehr Händler als bei der Befragung im Jahr 2016. Knapp 80 Prozent der Händler überprüft verdächtige Bestellungen manuell, 55 Prozent arbeitet mit eigenen Blacklists und 20 Prozent setzen Fraud-Filter bei der Betrugsbekämpfung ein. Der manuelle Aufwand, mit dem Onlinehändler gegen Betrüger vorgehen, ist erheblich und erstaunt auch Daniel Gamma, Leiter E-Commerce bei der Crif: „Heute gibt es effiziente Lösungen im Bereich Device Fingerprint, indem Wiederholungstäter automatisch aufgedeckt werden und dem Händler die aufwändige manuelle Arbeit abnehmen.“

    Das richtige Koste-Nutzen-Verhältnis zu finden, die Risiken zu erkennen sowie risiko- und kundengerechte Methoden zu bestimmen sehen die Befragten als grösste Herausforderungen bei der Bekämpfung von Betrug.

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