Philadelphia zeigt Hackern den Standort ihrer Opfer an

Philadelphia zeigt Hackern den Standort ihrer Opfer an © Fractal Verlag/123rf

    Sophos hat die im Dark Web als Service erhältliche Ransomware Philadelphia untersucht. Das von den Cyberkriminellen entwickelte Angebot umfasst neben der eigentlichen Schadsoftware auch Support und Tools für die Verwaltung von Malware-Kampagnen.

    Auf der Black Hat 2017 in Las Vegas hat Sophos einen Report zum Thema „Ransomware as a Service (RaaS): eine Analyse von Philadelphia“ veröffentlicht. Autorin ist Dorka Palotay, eine Entwicklern zur Gefahrenanalyse in den SophosLabs in Budapest, Ungarn. Der Report beschäftigt sich eingehend mit den inneren Mechanismen eines Ransomware-Bausystems, das jeder für 400 US-Dollar kaufen kann. Einmal erworben, können die Kriminellen Computer kidnappen und Daten gegen Lösegeld zurückhalten.
     
    Philadelphia zeigt die Geschäftstüchtigkeit der Kriminellen
    Die Erbauer des RaaS-Kits – The Rainmakers Labs – führen ihr Geschäft genauso wie ein legitimes Software-Unternehmen. Sie vertreiben Philadelphia auf Marktplätzen im Darknet und zeigen ein Einleitungs-Video auf YouTube zum Baukasten und wie man die Erpressersoftware mithilfe einer grossen Bandbreite von Funktionen individuell anpassen kann. Ein detaillierter Hilfe-Guide, der den Kunden durch das Set-up führt, ist ebenfalls auf einer .com Webseite erhältlich. Auch wenn Ransomware as s service nicht neu ist, das offen gezeigte Hochglanz-Marketing für eine Do-it-Yourself- Erpresserattacke ist es definitiv.
     
    Zusätzlich zum Marketing verfügt das Produkt über zahlreiche Einstellungen, mit denen sich die Käufer ihre Ransomware massschneidern können. Hierzu gehören Optionen wie „Verfolge Opfer auf Google Maps“ und „Sei gnädig“. Tipps, wie man eine Kampagne entwickeln kann und ein Steuerungs- und Kontroll-Center einrichten und Geld sammeln, werden ebenfalls erklärt. Ironischerweise ist die Gnade-Einstellung nicht zwangsläufig dazu da, den Opfern zu helfen: „Die Gnade-Funktion bietet den Kriminellen eine Art Ausgang, wenn sie in einer prekären Position nach einer gezielten Attacke sind“, erklärt Report-Autorin Palotay. Google-Tracking, Gnädigkeit und andere Funktionen bei Philadelphia sind Beispiele dafür, was immer gängiger ist in diesen Baukastensystemen. „Die Tatsache, dass Philadelphia 400 US-Dollar kostet, und andere Bausätze zwischen 39 und 200 US-Dollar, ist bemerkenswert. Für den Wert von 400 US-Dollar – ziemlich gut für das, was es den Käufern verspricht – bekommt man regelmässige Updates, unbegrenzten Zugang zu grenzenlose Bauarten. Es ist wie ein echter Software-Service, der die Kunden mit regulären Updates unterstützt.“
     
    Betrüger betrügen Betrüger
    Der Report enthüllt ausserdem, dass einige Cyberkriminelle Philadelphia raubkopiert haben und ihre Version zu einem niedrigeren Preis verkaufen. Während das Raubkopieren nichts Neues ist, ist das Ausmass aber interessant. Gebrauchsfertige Drohungen, die es nicht erforderlich machen, dass der Angreifer eigentlich weiss, was er da genau macht, sind einfach zu bekommen und werden immer mehr entwickelt. Sophos erwartet, dass dieser Trend noch einen drauflegt und dass sich die Betrüger untereinander betrügen, weiter zunehmen wird.

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