Frauen und Informatiker werden selbstsicherer im Job

28. April 2017
Frauen und Informatiker werden selbstsicherer im Job © Fractal Verlag/123rf

    Frauen fordern vermehrt „harte Faktoren“ vom Arbeitgeber wie Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten. Junge IT-ler wollen alles: Training, Kreativität, Innovation, Flexibilität, ein attraktives Grundgehalt und neu ein hohes Einkommen in Zukunft. Diese und viele weitere Erkenntnisse über Schweizer Studenten zeigt die aktuelle Universum Talent Research.

    Frauen sind im Vergleich zu letztem Jahr weniger an den Softfactors interessiert. So ist das Attribut „Respekt für seine Mitarbeiter“ aus den Top 10 Präferenzen gefallen (letztes Jahr #5). Auch die Wichtigkeit von „einem kreativen und dynamischem Arbeitsumfeld“ ist gesunken. Auch interessant: „Unterstützung für Gleichberechtigung der Geschlechter“ wird gar nicht gewählt, bereits letztes Jahr nicht.
     
    Deutlich wichtiger sind Studentinnen im Gegensatz zu letztem Jahr „Gehalt&Aufstiegsmöglichkeiten“. So legen Frauen Wert darauf, dass ein Arbeitgeber „ihre zukünftige Ausbildung bezahlt“ (bei Männern gar nicht in Top 10) und auch ein „attraktives Grundgehalt“ ist ihnen wichtig. Frauen haben also genug vom Gender Gap und fordern mehr. Weniger interessant ist für sie die Aussicht auf „ein hohes Einkommen in der Zukunft“, was den Männern durchaus wichtig ist (#4). Männern und Frauen ist eine „gute Referenz für die zukünftige Karriere“ sehr wichtig, Frauen sind jedoch „vielfältige Arbeitsaufgaben“ im Job noch wichtiger.
     
    „Frauen konzentrieren sich mehr auf den ersten Job und gewichten aktuelle Präferenzen etwas höher als zukünftige. Dies könnte damit in Zusammenhang stehen, dass Frauen keine Geduld mehr haben und vor der Gründung einer Familie Karriere machen möchten und somit weniger Geduld haben.“, so Marty.
     
    „Professionelles Training und Weiterentwicklung“ ist studierenden Frauen wichtiger (#5) als studierenden Männern (#9). Auch die „vielfältige Arbeitsaufgaben“ ist Studentinnen wichtiger (#1) als Studenten (#7). „Frauen haben wohl erkannt, dass sie mehr fordern können und auch selber zum Thema Gleichberechtigung beitragen müssen. So fokussieren sie sich vermehrt auf die harten Faktoren rund um die Themen Gehalt, Aufstiegsmöglichkeiten, Weiterbildung und weniger auf softe Faktoren wie Respekt unter Kollegen oder ein kreatives und dynamisches Arbeitsumfeld bei der Wahl der Arbeitgeber“, sagt Leo Marty, Managing Director Schweiz & Österreich bei Universum.
     
    Trotzdem: Bei genauerem Blick auf die Top 10 Präferenzen, beobachtet man, dass bei Männern „Gehalt&Aufstiegsmöglichkeiten“ immer noch etwas wichtiger sind und primär die Ränge 1-4 belegen und bei Frauen die Ränge 6-8.

    Frauen sind Idealisten und Harmonizer
    Bei Schweizer Studentinnen ist das Karriereprofil der Idealisten mit 18% (Männer 9%) und jenes der Harmonizer mit 17% (Männer 11%) besonders ausgeprägt. Sogenannte Harmonizer legen viel Wert auf Loyalität, Verantwortungsbewusstsein und Teamgeist. Idealisten möchten realisierbare Lösungen liefern, welche einem guten Zweck dienen. Gleichzeitig möchten sie wertgeschätzt und respektiert werden. Idealisten und Harmonizer nehmen im Laufe der Karriere zu. Bei Schweizer Berufstätige mit akademischem Hintergrund sind 12% der berufstätigen Männer und 23% der Frauen Idealisten. Harmonizer machen 13% der arbeitenden Männer und 21% der arbeitenden Frauen in der Schweiz aus.
     
    Junge IT-ler wollen alles
    IT-Studenten wissen wie begehrt sie sind. Die „gute Referenz für die zukünftige Karriere“ ist aus den Top 10 gefallen. (Letztes Jahr war sie noch die Top #1 Präferenz). Bei allen anderen Studienrichtungen, bei Männern sowie bei Frauen ist diese Präferenz in den Top 10. „Aber IT-ler sind so begehrt, dass sie sich auf anderes konzentrieren können. Andere Präferenzen sind in den Vordergrund gerückt.“, so Marty. Wie bei den Frauen, werden den IT-lern harte Faktoren im Bereich „Gehalt&Aufstiegsmöglichkeiten“ zunehmend wichtiger. So haben diese letztes Jahr nur 20% der 10 Top Präferenzen ausgemacht, dieses Jahr aber bereits 30%.
     
    IT-ler fordern nun in erster Linie (#1) „professionelles Training & Weiterbildung“ (letztes Jahr #5). „Flexible Arbeitsbedingungen“, ein „hohes Einkommen in der Zukunft“ und „Bezahlung von zukünftiger Ausbildung“ sind alle drei neu in den Top 10 Präferenzen der IT-ler. IT-Studenten sind auch „Innovation“ und „Attraktive & interessante Produkte & Dienstleistungen“ wichtig. „Innovation“ ist sogar wichtiger als ein attraktives Grundgehalt. Bzw. ist Innovation nicht selbstverständlich für Schweizer IT-ler, ein gutes Salär jedoch schon. Dies ist ein gutes Zeichen für die boomende Start-up Szene, welche auch verzweifelt nach IT-lern sucht, aber nicht zahlungskräftig ist.

    Gratest Gains bei den Wirtschaftsstudenten
    Unter den 12 „Greatest Gains“ innerhalb der Business Rankings sind 6 Schweizer Firmen: Victorinox (+18 Ränge), Baloise Group (+11 Ränge), Partners Group (+9 Ränge), Bundesverwaltung (+8 Ränge), das WEF (+8 Ränge) und Logitech (+7 Ränge).

    Schweizer Firmen sind top

    • 50% der Top 10 Firmen sind Schweizer Firmen (UBS, Nestlé, Credit Suisse, Swiss, Rolex). Betrachtet man die Top 20, sind immer noch 50% Schweizer Firmen (zusätzlich: Nationalbank, Migros, Bundesverwaltung, FIFA, SBB).
    • Neue Direkteinsteiger in die Top 30 der Business Rankings sind sind FIFA (#13) und UEFA (#29).
    • Der letztjährige Direkteinsteiger Flughafen Zürich hat -16 Plätze verloren und befindet sich nun auf #32.

    Zu den Loosern gehören Banken und FMCG

    • Banken: Im Business Ranking haben mehrere Banken stark verloren: Deutsche Bank (-25 Plätze), Pictet & Cie (-16 Plätze) und HSBC Private Bank (-11 Plätze). Die UBS und CS halten sich jedoch gut.
    • Die Industrie Fast Moving Consumer Goods (FMCG) hat viele Plätze eingebüsst bei den Wirtschaftsstudenten. Zwar konnte sich Nestlé an der Spitze halten, jedoch haben mit Lindt & Sprüngli (-11), P&G (-14), Heineken (-8) und Emmi (-10) mehrere Firmen an Rängen verloren.

    Mehrere Schweizer Uhrenhersteller sind in den Top 100 vertreten, einige von Ihnen in hohen Rängen, wie beispielsweise Rolex #8 bei Wirtschaftsstudenten und #16 bei Informatikstudenten. Bei Studenten des Ingenieurwesens haben sie jedoch an Beliebtheit verloren seit letztem Jahr: Rolex -8, Swatch -23, IWC -37. Bei IT-lern hat ein Teil dieser Uhrenmarken jedoch zugelegt: Rolex +26, IWC +27. (Swatch hat bei IT-24 Ränge verloren.)
     
    Schweizer Firmen holen auf bei IT
    Die Spitze konnte sich halten seit letztem Jahr und bleibt unverändert: Google, Microsoft, IBM, Swisscom. CERN und UBS haben die Plätze getauscht (#4 <-> #5). Auf diese Spitze folgen viele Schweizer Firmen, welche seit letztem Jahr aufgeholt haben: SBB (+2), Credit Suisse (+1), Swiss (+21), Zühlke Engineering (+21), Die Bundesverwaltung (+22), Migros (+13), Rolex (+26) und die Post (+7).
     
    Grosse Gewinnerin ist ABB
    Auch bei den Ingenieuren sind Schweizer Erfolge zu verzeichnen: So hat Google seinen Spitzenplatz verloren und wurde von ABB überholt. Sarah Dovlo, Head of HR Marketing Europe & Switzerland von ABB kommentiert: ”Dass ABB ein Keyplayer der digitalen Revolution ist, zeigt sich an unserer neuen Plattform ABB Ability ebenso wie an unserem neuen Markenauftritt, der gerade auch durch das 125-Jahr-Jubiläum in der Schweiz sehr präsent war. Von Praktika über Traineeprogramme bis zur Mitarbeit an den innovativen Technologien, die einen Gotthard-Basistunnel möglich machen: Unsere Mitarbeitenden können gemeinsam mit Kunden und Partnern buchstäblich die Zukunft mitschreiben.”.

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