Dell EMC blickt in die Glaskugel

Dell EMC blickt in die Glaskugel © Fractal Verlag/123rf.com

    Wer in den Führungsetagen Schweizer Unternehmen nachfragt, was sich in naher Zukunft hauptsächlich ändern wird, hört vor allem dies: Unser Geschäft, wie es bisher war. Tatsächlich glauben drei von fünf Schweizer Managern, das eigene Businessmodell könne bereits in drei bis fünf Jahren obsolet geworden sein.

    Sogar 93 Prozent aller hiesigen Firmen fürchten die wachsende Startup-Konkurrenz aus der digitalen Welt. Zu diesem Schluss kommt eine weltweite Umfrage unter 4.000 Top-Entscheidern mit 200 Schweizer Teilnehmern im Auftrag von Dell Technologies. „2016 ist die ganze Tragweite der digitalen Transformation definitiv in den Köpfen der Schweizer Wirtschaft angekommen. Immer stärker setzt sich die Erkenntnis durch, dass es hierbei nicht nur um einen technologischen Trend geht, sondern primär um eine disruptive Marktveränderung – und folglich auch um ein völlig neues Verhältnis zu den Kunden“, meint Achim Freyer, General Manager Commercial Sales von Dell EMC Schweiz. „IT wird dadurch aber nicht unwichtiger, im Gegenteil: Ihre Bedeutung wächst sogar noch – sie wird nämlich zum Gestaltungsinstrument für die digitale Transformation der gesamten Lebens- und Arbeitswelt.“

    Doch welche Technologieentwicklungen sind es konkret, die das Jahr 2017 prägen werden?

    Prognose 1: Digital stimuliert Kreativität
    Im kommenden Jahr werden Simulation und Visualisierungslösungen zu Mainstream-Anwendungen: Bauträger und Architekten können beispielsweise am Display gemeinsam in alle Richtungen durch ein animiertes 3D-Modell des künftigen Gebäudes gehen – noch vor dem ersten Spatenstich. Was bei Software bislang Benutzeroberfläche hiess, entwickelt sich mehr und mehr zu einer digitalen Bühne, die uns gleichsam hineinzieht in die Story der jeweiligen Anwendung. Davon profitieren Architekten, Wissenschaftler oder Produktdesigner genauso wie Kids, die damit noch intuitiver zum Beispiel Minecraft spielen können.

    Prognose 2: Abtauchen in die virtuelle Realität
    Laut einer aktuellen Untersuchung des Digitalverbands Bitkom stehen 3D-Druck, Virtual Reality (VR) und Künstliche Intelligenz (KI) in der Bundesrepublik kurz vor dem Durchbruch: 3D-Druck ist derzeit zwar nur bei fünf Prozent der befragten Unternehmen im Einsatz, aber immerhin 20 Prozent prüfen das Verfahren – im produzierenden Gewerbe sind es sogar 40 Prozent. Lediglich zwei Prozent nutzen bereits VR, doch jedes neunte Unternehmen denkt bereits darüber nach. Noch liegt die Anwenderquote im KI-Bereich bei einem Prozent – sieben Prozent stehen kurz vor ihrem ersten KI-Projekt.

    Das Einsatzspektrum für VR und KI reicht von Datenbrillen in der Fertigungslogistik über Simulationen im Produktdesign bis hin zu Trainings- und Forschungsszenarien. Im Materiallager einer Fabrik etwa könnte eine Datenbrille den dortigen Mitarbeitern neben der Stückzahl auch gleich den Regalplatz der zu kommissionierenden Teile anhand einer Grafik anzeigen – plus Wegevisualisierung zum Regalplatz der nächsten Pickposition, ähnlich wie der Routenplaner von Google Maps. Dass die Menschen längst bereit sind, die Grenze zwischen physischer in die virtueller Realität zu überschreiten, zeigen nicht zuletzt die täglich rund 700.000 neuen Spieler von Pókemon Go. Anders jedoch als beim Gaming verspricht der Business-Einsatz von VR plus KI ausser dem Spassfaktor vor allem einen schnelleren Erkenntnisgewinn, fundiertere Entscheidungen sowie effizientere Prozesse mit verringerter Fehlerquote.

    Prognose 3: IT-Sicherheit für Autos, Türschlösser und Werkzeugmaschinen
    Das Internet of Things (IoT) boomt: Von derzeit 8 auf 21 Milliarden wird die Anzahl der IP-vernetzten Gegenstände und Geräte bis 2020 steigen, schätzen Analysten beim Marktforschungsunternehmen Gartner. „Die Datenannalyse – und somit Big Data sowie Internet of Things – wächst extrem hierzulande, da der Schweizer Endkunde die Digitalisierung fordert. Die Schweizer Bevölkerung befindet sich dementsprechend auf einem technisch extrem hohen Level“, kommentiert Achim Freyer. Allerdings wird mit jedem vernetzten Türschloss, jeder Connected-Car-Anwendung und jedem angeschlossen Haushaltsgerät unser Alltagsleben anfälliger für Hacker-Attacken. Zudem: Laut McKinsey & Company fliessen rund neun von insgesamt 23 Milliarden Euro an IoT-Investitionen allein in die Fertigung – Stichwort Industrie 4.0. In der Folge dringen Cyber-Gefahren weit bis in produktionsnahe Bereiche vor. Umso wichtiger wird es, dass Anbieter und Anwender ihr Verständnis von IT-Sicherheit vom klassischen Computernetz auf sämtliche IoT-vernetzten Gegenstände ausdehnen.

    Prognose 4: Chief IoT Officer
    Vorstandsrollen schiessen wie Pilze aus dem Boden: Gerade erst wurde der Chief Digital Officer als unverzichtbar anerkannt – da fordert die Digitalisierung schon eine weitere Funktion in der Führungsriege: den Chief IoT Officer. Notwendig ist diese neue Rolle allein schon deshalb, weil im Zuge der IoT-Vernetzung die bisherige Lücke zwischen IT- und Unternehmensprozessen überbrückt werden muss. Deshalb arbeitet der Chief IoT Officer mit jeder betroffenen Abteilung und Niederlassung zusammen. Er agiert damit gewissermassen als Vermittler gegenüber seinen Kollegen im Board, dem CEO, CDO und CIO. Genau genommen ist der Chief IoT Officer so etwas wie der Guide und Reiseleiter seines Unternehmens auf dem Pfad in die vierte industrielle Revolution. Bis 2031 erwartet Dell EMC über 200 Milliarden IoT-Clients – das werden dann 25-mal mehr als die Weltbevölkerung sein.

    Prognose 5: Verbraucher werden anspruchsvoller
    Für die heutige Kundengeneration ist das Beste gerade gut genug. Wer oder was hat sie nur so verwöhnt? Das rasante technologische Entwicklungstempo und die immer kürzeren Innovationszyklen. Forschungs- und Entwicklungsteams arbeiten buchstäblich bis zur Erschöpfung, um den Kunden schnell genug den jeweils nächsten Technologiesprung anbieten zu können. Nur muss der eben auch substanziell spürbar sein. Mit 5K als Nachfolger von 4K Bildschirmauflösung wird sich 2017 niemand mehr zufriedengeben. Die wachsenden Ansprüche der Kunden an die Erlebnisqualität beziehen sich nicht allein auf Technikcolor, sondern praktisch auf jede Mensch-Maschine-Schnittstelle.

    Prognose 6: Selbstheilungskräfte werden aktiv
    Nicht nur in der Medizin gilt: Prävention ist die beste Therapie. Dank intelligenter Sensorik und lernender Algorithmen melden Infrastrukturkomponenten in Zukunft von sich aus mögliche Störungen oder Verschleisserscheinungen – bevor es zu einem Ausfall kommt. Das gilt sowohl für IT-Systeme als auch für andere vernetzte Systeme, zum Beispiel für den IoT-vernetzten Maschinenpark in einer intelligenten Fabrik. Die neuen Selbstheilungskräfte verbessern nicht nur die Verfügbarkeit, sondern reduzieren auch signifikant die Maintenance-Kosten und befreien zudem technische Fachkräfte von aufwendigen Reparaturtätigkeiten. Die so gewonnene Arbeitszeit kann sinnvoller für qualitative Verbesserungen der Infrastruktur verwendet werden. IDC schätzt, dass in den nächsten vier Jahren rund 20 Prozent aller Betriebsprozesse dank selbstlernender Systeme die Fähigkeit zur Selbstheilung besitzen werden.

    Prognose 7: Maschineller Blick in die Glaskugel
    Es ist kein Geheimnis, dass es für Unternehmen ebenso wie für die meisten Menschen alles andere als einfach ist, mit der permanent wachsenden Flut an Online-Informationen fertig zu werden. Doch schon bald werden Maschinen in der Lage sein, aus grossen Datenmengen unterschiedlichste Vorhersagen zu treffen. Forscher vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben ihre Testmaschinen buchstäblich vor den Fernseher gesetzt: Sie lassen sie Serien wie Desperate Housewives schauen. Auf diese Weise sollen die Maschinen lernen, die Welt quasi mit menschlichen Augen zu sehen. Die MIT-Forscher glauben, dass die Menschenkenntnis von Maschinen ganze Wirtschaftszweige revolutionieren wird. So könnten maschinelle Vorhersagen zum Beispiel für ein kostengünstiges und gleichzeitig hochpräzises Screening im Bereich der Gesundheitsvorsorge eingesetzt werden.

    Alles in allem erwartet Dell EMC, dass sich im kommenden Jahr etliche Digitalisierungstrends, die bisher nur im Keim zu sehen waren, entfalten und manche Blüte zeigen werden

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