Lieber Autoklau als Datendiebstahl

15. Dezember 2016
Lieber Autoklau als Datendiebstahl © Fractal Verlag/123rf.com

    Die Angst vor finanziellen Verlusten durch gestohlene Daten ist grösser als die Angst vor Einbruch und Diebstahl in den eigenen vier Wänden. Dies ist eine der wichtigen Erkenntnisse aus einer Befragung, die Sophos im September 2016 unter 1.250 Verbrauchern in den USA, Grossbritannien und der DACH-Region durchführen liess.

    Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Angst vor Hackern zwar gross, das Wissen über die unterschiedlichen Betrugsmaschen in der Cyberkriminalität aber immer noch gering ist. Die Ergebnisse der Studie liegen im internationalen Vergleich bei den gestellten Fragen nah beieinander. Dennoch zeigen sich regionale Unterschiede: so erweist sich der deutschsprachige Raum als ängstlicher und fühlt sich schlechter geschützt als die englischsprachigen Regionen. Dies wird besonders deutlich bei der empfundenen Bedrohung durch Terror in der realen Welt. Während dieser Punkt in den USA und Grossbritannien im Ranking der Befürchtungen auf Platz sechs rangiert, bezeichneten die Befragten in der DACH-Region diesen als ihre zweitgrösste Sorge. Im Gesamtergebnis der Studie landet die Angst vor Terror auf Platz vier.
     
    Regionen übergreifend digitale Gefahren klar vorn
    Was die Gefahren- und Bedrohungslage in der Wahrnehmung der Verbraucher angeht, hat die digitale- der offline-Welt im internationalen Vergleich den Rang abgelaufen. An der Spitze rangieren drei digitale Bedrohungsszenarien: 63 Prozent aller Befragten fürchten sich am meisten vor finanziellen Verlusten durch Datendiebstahl. 61 Prozent ängstigt die Vorstellung, dass Hacker ihren Computer kapern und beispielsweise für die Versendung von Spam und Schadsoftware an persönliche Kontakte und Fremde missbrauchen könnten. Für 58 Prozent wäre es das schlimmste Szenario, wenn ihr Computer durch Cyberkriminelle lahmgelegt und nutzlos würde. Im Vergleich dazu sorgen sich 46 Prozent der Befragten, dass ihr Auto gestohlen werden könnte, 52 Prozent bezeichnen Einbruch und Diebstahl als ihre grösste Befürchtung und für 56 Prozent ist die Terrorgefahr die gefühlt grösste Bedrohung. Die geringsten Sorgen machen sich übrigens alle darüber, ob ihre Kinder über das Internet Zugang zu pornografischen Inhalten haben.
     
    DACH mit eigener Gefühlslage – weniger Sorge um Geldverlust
    Während in den USA und Grossbritannien die Sorge vor finanziellem Verlust durch gestohlene Daten klar oberste Priorität hat, ist es für Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz hingegen die schlimmste Vorstellung, dass nach einer feindlichen Übernahme durch Cyberkriminelle von ihrem Rechner aus Spam und Schadsoftware an Freunde, Bekannte und auch Fremde versendet werden könnte. An zweiter Stelle steht, wie bereits beschrieben, die Angst vor Terror. Die drittgrösste Bedrohung in der DACH-Region ist ein möglicher Hackerangriff, der den persönlichen Computer ein für allemal lahmlegt und zerstört. Auf Platz vier landet schliesslich der Spitzenreiter der anderen Regionen, nämlich der mögliche finanzielle Schaden durch gestohlene Daten. Auch bei einem anderen Punkt erweisen sich die Befragten in DACH vergleichsweise entspannt: 31 Prozent äusserten besondere Besorgnis, dass ihr Nachwuchs im Internet pornografische Inhalte zu sehen bekommen könnte. In den USA und Grossbritannien taten dies immerhin 43 beziehungsweise 42 Prozent der Befragten.
     
    Ransomware? Was ist Ransomware? DACH schwach.
    Bei der Frage, welche der digitalen Bedrohungen als besonders gefährlich erachtet wird, erwiesen sich die Befragten in allen Regionen trotz der geäusserten Ängste zur Cyberkriminalität überraschend schlecht informiert. So gab mit insgesamt 47 Prozent immerhin fast die Hälfte aller befragten Verbraucher an, Phishing nicht zu kennen oder es als eine geringfügige Gefahr zu erachten – in völliger Unkenntnis der Tatsache also, dass Phishing die Angriffsmethode Nummer Eins ist, um persönliche Daten zu stehlen. Auch hier zeigen sich wieder Abweichungen zur DACH-Region, wo immerhin 70 Prozent der Befragten Phishing kennen und es für eine Gefahr oder sogar grosse Gefahr halten. Das leider entgegengesetzte Bild zeigt sich beim Thema Ransomware: 31 Prozent der Befragten aller Regionen bezeichneten sich als unerfahren was die Erpressungssoftware betrifft oder hielten es für eine eher kleine Bedrohung. Für die DACH-Region behaupten dies sogar erschreckende 54 Prozent. Gut bekannt sind in allen Regionen dagegen Schadsoftwarearten wie Spam oder Spionagesoftware.
     
    Was den Schutz gegen die einzelnen digitalen Bedrohungen angeht halten sich alle Regionen für durchschnittlich gut geschützt – in der DACH-Region sind hier die Werte um wenige Prozentpunkte geringer, die Unsicherheit scheint also etwas grösser.
     
    Bedarf an Wissen
    „Verbraucher sind durch Ransomware, Malware und Spyware besonders bedroht und die Lage wird immer ernster,” weiss Michael Veit, Sicherheitsexperte bei Sophos. „Anders als in einer Firma gibt es zuhause keine IT-Abteilung, die sich professionell um die Sicherheit der Daten kümmert und User aufklärt. Gleichzeitig entwickelt sich der Markt der Cyberkriminalität schnell wobei der Endverbraucher zunehmend in den Fokus rückt. Auch Privatanwender sollten noch mehr über Hacker-Maschen lernen und vor allem wissen, wie man sich effektiv schützt. Eine Möglichkeit hierfür ist beispielsweise das kostenlose Produkt Sophos Home, das Endverbrauchern Sicherheit auf dem Niveau unserer Firmenlösungen bietet.“
     
    Die Studie
    Sophos lies im September 2016 insgesamt 1.250 Endverbraucher ab 18 Jahren befragen, davon jeweils 500 in den USA und Grossbritannien sowie insgesamt 250 in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH). Durchgeführt wurde die Studie von ReRez Research, einem unabhängigen Marktforschungsunternehmen aus Dallas, Texas.

     

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