Wie GIA ein Leuchtturmprojekt zum digitalen Zwilling führt

17. Oktober 2018
Die GIA Informatik AG arbeitet in Italien mit einem Partner zusammen, welcher bei der Rondo-Tochterfirma in Schio/Italien die Hauptverantwortung für die PDM/PLM-Migration hat. Die GIA Informatik AG arbeitet in Italien mit einem Partner zusammen, welcher bei der Rondo-Tochterfirma in Schio/Italien die Hauptverantwortung für die PDM/PLM-Migration hat.

    Ein Novum in der Schweiz! Zum ersten Mal setzt ein IT-Unternehmen eine Migration von «Creo Elements/Direct Model Manager | PTC» um. Dank dieses Vorzeigeprojektes der GIA Informatik AG verwaltet die Rondo Burgdorf AG jetzt ihre 3D-Daten im «Windchill PDM Link».

    Stellen Sie sich vor, Sie sind Geschäftsführer und wollen ihre Prozesse effizient und integriert zusammenführen. Dazu gehört in einer ersten Phase das Produktdatenmanagement (PDM), in einer späteren Phase das Enterprise-Resource-Planning (ERP) und das Dokumentenmanagement (DMS) inklusive Schnittstellen. Welche Frage stellen Sie sich zu Beginn? «Wir analysierten, ob wir den Weg mit den bewährten Systemen fortführen oder auf neue Lösungen mit mehr Entwicklungspotenzial setzen wollen», bemerkt Marc Besson, Leiter Entwicklung Mechanik/Mechatronik Rondo Burgdorf AG, die Maschinen und Anlagen zur Produktion von Gebäcken entwickelt und produziert. «Für uns ist der Lebenszyklusmanagementprozess höchst entscheidend. Das PDM/PLM-System ‹Windchill PDM Link› verfügt über einen wesentlich grösseren Funktionalitätsumfang als ‹Creo Elements/Direct Model Manager | PTC›. Wir können damit alle produktrelevanten Daten und Office-Dokumente in einem System verwalten und so die Vision des ‹digitalen 3D-Zwillings› sicherstellen. Das heisst, Mitarbeitende, interne und externe Kunden haben stets Zugriff auf alle produktrelevanten Daten. Deshalb war es für uns klar, so bald wie möglich den Weg der Migration zu beschreiten.» In der Folge evaluierte Rondo mehrere mögliche Anbieter.

    Eine einmalige Chance
    «Unsere Entscheidung fiel zugunsten der GIA Informatik AG, da sie dank ihrer Nähe zum Müller-Martini-Konzern über Industrieerfahrung im Maschinenbau verfügt. Zudem ist sie mit ihrem Ansatz stark in der neuen Welt», erklärt Marc Besson. Weitere Gründe:

    • Das Projektteam identifizierte sich stark mit der Vision des «digitalen 3D-Zwillings».
    • GIA setzt vorwiegend auf Schweizer Ressourcen – auch bei Rondo steht Swissness hoch im Kurs. 
    • Ein entscheidender Faktor waren die aufgezeigten Referenzen von früheren Projekten im Maschinenbau. 
    • «Zudem offerierten wir Festpreise», sagt Daniel Scheidegger, PLM-Berater GIA Informatik AG. «Denn uns ist klar: Noch kein anderes Schweizer Unternehmen führte bislang eine solche Migration durch. Diese Chance wollten wir unbedingt nutzen und bei diesem Novum als Anbieterin dabei sein. Deshalb übernahmen wir auch einen Teil des Risikos.»

    Das PLM-Projekt – die Meilensteine bis zum Go Live
    Die Projektinitialisierung fand im Juli 2017 statt, die Migration von «Windchill PDM Link» startete im September 2017 und endete im August 2018. «Die Phase eins beinhaltete drei Testmigrationen mit der Datenübernahme, dem Erkennen von vernünftiger Qualität und der Entnahme aus dem bisherigen ERP-System», erläutert Daniel Loosli, Account Manager GIA Informatik AG. Die Phase zwei mit dem Anreichern von ERP-Daten lief von Mai bis zum Go Live im August 2018.

    Wie meisterte GIA die hohen Hürden?
    Da es bis anhin keine identischen Referenzkunden gibt, konnte GIA die bestehenden Migrationswerkzeuge nicht 1:1 benutzen. «Wir haben jedoch ein starkes Partnernetzwerk», bemerkt Daniel Scheidegger. «So konnten wir die zum Einsatz kommenden Werkzeuge selber anpassen.» Auch bewies die IT-Dienstleisterin eine gute Aufnahmefähigkeit. Marc Besson: «Der ‹Modelmanager› war spezifisch auf RONDO zugeschnitten. GIA kämpfte sich in die ‹alte Welt› hinein und lernte täglich dazu, um die Ideen und Prozesse zu verstehen. Dies war nur aufgrund eines intensiven Austausches und starken Teamspirits möglich.»

    Wie profitiert Rondo?
    Rondo ist in der Lage, viel mehr produktrelevante Daten als bisher zu verwalten. Zudem gestaltet sich die administrative Kontrolle wesentlich einfacher, da sofort ersichtlich ist, welche Version aktuell ist. Marc Besson: «Nun haben wir die Möglichkeit, die Daten auch der Lebenszyklusverwaltung zu unterwerfen. Jedermann kann nachvollziehen, was wann warum geändert wurde. Damit schaffen wir eine weitere Grundlage für den ‹digitalen Zwilling› einer Kundenmaschine».

    Checkliste für andere Unternehmen
    Wie sollen andere Unternehmen vorgehen, die ebenfalls vor dem Migrationsentscheid stehen?

    • Zu einer starken Unternehmensphilosophie gehört immer eine Vision, auf die man hinarbeitet, sagt Daniel Loosli. «Deshalb vertrete ich die Auffassung, dass es nicht nur darum geht, ein System durch ein anderes abzulösen, sondern einen Mehrwert zu schaffen. Im Service wird beispielsweise das Thema Augmented Reality immer wichtiger.»
    • Auf beiden Seiten benötigt man ein kompetentes und motiviertes Team, das miteinander harmoniert und gewillt ist, Änderungen an Abläufen im Unternehmen zu vertreten. Sprich: Es begleitet die Mitarbeitenden von Punkt A zu Punkt B.
    • Man braucht einen verlässlichen Partner, bei dem von Anfang an das Bauchgefühl stimmt.
    • Die gesamte Geschäftsleitung von RONDO stand von Anfang an hinter dem Projekt, betont Marc Besson. «Wenn das Management auf diese Weise den grossen Stellenwert unterstreicht, macht eine Firma sehr vieles richtig», unterstreicht Daniel Scheidegger.
    • Kernfragen sind: Wie nahe sollen Unternehmen am Standard eines Produktes sein? Oder sollen sie vieles «customizen»? «Dies ist manchmal eine Gratwanderung», bemerkt Daniel Scheidegger. «Wir empfehlen, sich Gedanken über den Prozess zu machen und nicht zu früh viele Änderungen an den Werkzeugen vorzunehmen.»
    • Ideal ist eine Ressourcenaufteilung von 50:50 zwischen den Projektpartnern. Gerade auf Kundenseite sollte genug Personal zur Verfügung stehen, damit das Vorhaben erfolgreich wird.

    Wie geht es in Zukunft weiter?
    «Sobald SAP ERP eingeführt ist, erstellen wir die notwendige Schnittstelle. Überdies nehmen wir einen CAD-Wechsel vor», legt Daniel Loosli dar. Die Gesamtintegration umfasst auch die italienische Tochterfirma von Rondo in Schio bei Venedig. Die bisher getrennten Systeme der beiden Standorte werden zusammengeführt. «Zudem überarbeiten wir die ganze Stücklistenstruktur im Zusammenhang mit den ‹Windchill-Technology-Parts› – dies sind Sammelobjekte, die ins ERP übergehen. Ebenfalls bauen wir die gesamte Klassifizierung von allen Normteilen neu auf», so Marc Besson. «Modernes System, andere Prozesse, neue Verantwortlichkeiten: Nun müssen unsere Mitarbeitenden zu schwimmen beginnen. Sie einzubeziehen und transparente Informationen zu vermitteln stellt eine der grössten Herausforderungen der nächsten Monate dar.»

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