Wieder vermehrt betrügerische Anrufe bei Firmen

09. Juli 2018
Wieder vermehrt betrügerische Anrufe bei Firmen Bild: Pixabay

    Laut einer Warnung der Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) mehren sich in den letzten Tagen Meldungen zu betrügerischen Anrufen bei Firmen.

    In den letzten Tagen mehren sich wiederum Anrufe bei potenziellen Opferfirmen, in denen sich Angreifer als Bankmitarbeiter ausgeben. Die Anrufer bitten um die Ausführung von Zahlungen oder geben vor, ein Update beim E-Banking durchführen zu müssen, das anschliessend getestet werden soll.

    Die Angreifer versuchen typischerweise die Mitarbeitenden der Firma zu überzeugen, eine Fernzugriffssoftware (zum Beispiel NTR-Cloud, Teamviewer) zu installieren, verbinden sich dann mit dem Computer des Opfers und täuschen vor, ein E-Banking-Update durchzuführen. Anschliessend geben die Täter vor, dass das Update getestet werden müsse und versuchen das Opfer zu überzeugen, seine Zugangsdaten für das E-Banking der Firma einzugeben. Anhand einer Testzahlung wollen die Angreifer die Funktionsweise des Systems überprüfen. Ist die Zahlung durch eine Kollektivunterschrift geschützt, versuchen die Betrüger das Opfer zu überzeugen, alle Unterschriftsberechtigten zu organisieren, um die Zahlung freizugeben.

    In einer anderen Variante werden die Opfer angewiesen, aufgrund von dringenden E-Banking Updates für einige Tage auf das E-Banking zu verzichten. Im Falle von dringenden Transaktionen soll das Opfer eine durch die Betrüger angegebene Rufnummer kontaktieren. Ruft das Opfer den falschen Bankmitarbeiter an, um eine E-Banking Transaktion durchzuführen, werden sowohl Benutzername und Passwort als auch das Einmalpasswort nachgefragt. Der Angreifer bekommt so Zugang zum E-Banking der Firma. Dieses Vorgehen kann so lange wiederholt werden, bis das Opfer misstrauisch wird.

    Die Beispiele zeigen, wie aktuell Social Engineering Methoden weiterhin sind (siehe auch Melani Newsletter vom 20.01.2017 Social Engineering: Neue Angriffsmethode richtet sich gegen Firmen). Die Sensibilisierung innerhalb der einzelnen Firmen ist der Schlüssel, solchen Betrugsversuchen wirksam vorzubeugen.

    Empfehlungen:

    • Unternehmen sollten kontrollieren, welche Informationen über die eigene Firma online zugänglich sind. Geben Sie auf Ihrer Firmen-Website nie die E-Mail-Adressen von Vorstand bzw. Mitarbeitenden preis – verwenden Sie generische E-Mail Adressen.
    • Seien Sie misstrauisch, falls sich jemand mit ungewohnten Anliegen bei Ihnen meldet und überprüfen Sie den Anrufenden kritisch. Bei ungewöhnlichen Kontaktaufnahmen und Aufforderungen ist es empfehlenswert, innerhalb der Firma Rücksprache zu nehmen, um die Richtigkeit des Auftrages zu verifizieren. Sensibilisieren Sie die Mitarbeitenden bezüglich dieser Vorfälle, insbesondere die Mitarbeitenden in Schlüsselpositionen.
    • Geben Sie niemals per Telefon, E-Mail oder im Internet persönliche Zugangsdaten an Dritte weiter. Finanzinstitute werden Sie nie in einem Telefongespräch, E-Mail oder einer Kurznachrichtdazu auffordern, vertrauliche Personendaten anzugeben.
    • Installieren Sie niemals Software und folgen Sie keinen Links, wenn Sie telefonisch oder schriftlich dazu aufgefordert werden. Erlauben Sie niemals einen Fremdzugriff auf Ihren Computer. Keine Bank wird Sie auffordern, an Tests von irgendwelchen Sicherheitsupdates mitzuwirken.
    • Sämtliche den Zahlungsverkehr betreffenden Prozesse, sollten firmenintern klar geregelt sein und von den Mitarbeitenden in allen Fällen konsequent eingehalten werden.

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