Was Eltern zu Beginn der Gamescom wissen sollten

20. August 2018
Was Eltern zu Beginn der Gamescom wissen sollten Bild: Koelnmesse/Warner Bros

    Auf der Messe Gamescom versammeln sich auch dieses Jahr wieder Tausende Fans von Computerspielen aller Art. Viele Besucher sind Kinder unterschiedlichster Altersklassen, die vor allem Spass haben wollen, wenn sie die Stände ihrer Lieblingsspiele besuchen. Doch wie jedes Jahr, dämpft auch 2018 der Gedanke an die physischen und psychischen Auswirkungen mancher Spiele auf die jungen Gamer die Stimmung der Eltern.

    Kinder kommen immer früher über die Schule und über Smartphones in Kontakt mit Computerspielen. Ist die Angst mancher Eltern vor Gaming dennoch übertrieben? In einer aktuellen McAfee-Studie wurde untersucht, welche Genres am gefährlichsten für Kinder sind und welche Einstellung Eltern zu dem Spielverhalten ihrer Kinder haben. Eine klare Mehrheit der Eltern (84%) erlaubt ihren Kindern, ein bis vier Stunden am Tag Videospiele zu spielen. Dabei spielen fast zwei Drittel der Kinder (62%) Spiele, in denen sie online mit anderen Spielern interagieren, wovor sich die meisten Eltern sorgen.

    Vor allem die Angst unter Eltern, dass ihre Kinder online in Kontakt mit Pädophilen geraten könnten (75%) oder sie mit anstössigen Inhalten konfrontiert werden (71%), sind weit verbreitet. Aber unter diesen Videospielen sind die potenziellen Gefahren nicht überall gleich gross. Besonders Videospiele, wie Ego-Shooter, die realistische und gewaltverherrlichende Simulationen beinhalten, können einen schlechten Einfluss auf Kinder haben.

    Suchtfaktor Videospiel
    Das Thema Sucht nach Videospielen beschäftigt nicht nur 57% der befragten Eltern, sondern seit Januar dieses Jahres auch die Weltgesundheitsorganisation. Aufgrund des dramatischen Suchtpotenzials, wird die Abhängigkeit von Videospielen inzwischen als eine psychische Krankheit aufgefasst. Jedoch ist stundenlanges Spielen noch kein Grund von einer Sucht zu sprechen.

    Von „Gaming Disorder“ spricht man dann, wenn die Betroffenen ihr Spielverhalten kaum kontrollieren können, sie dem Spiel einen höheren Stellenwert als anderen Aktivitäten einräumen und aus diesem Grund an negativen Folgen leiden. Das Krankheitsbild trifft auch nur zu, wenn das Verhalten zu deutlichen Problemen in einem oder mehreren Lebensbereichen wie Familie, Ausbildung oder Freizeit führt. Wie man gegen diese Sucht vorgehen kann wird schon in anderen Ländern untersucht.

    Zum Beispiel Südkorea, ein Land in dem 14% der Jugendlichen süchtig nach elektronischen Medien sind, kämpft mit den Auswirkungen der Sucht und sucht nach neuen Therapiemöglichkeiten für Videospiel-Abhängige. In Therapieprogrammen wie HORA, werden die Betroffenen in Entzugskliniken therapiert und mit Büchern und Musik von den digitalen Medien entwöhnt. Dabei geht es darum, den Jugendlichen Hoffnung zu geben und ihnen wieder beizubringen, sich ihre eigene Zukunft vorzustellen, statt sich von den allgegenwärtigen hochauflösenden Grafiken blenden zu lassen.

    Gefahren des Gamings
    Gaming hat sich von einer Randerscheinung zum Massenphänomen gewandelt, mit hochbezahlten Profispielern und Turnieren in grossen Hallen. Trotzdem müssen Eltern den Überblick über die Risiken denen sich ihre Kinder aussetzen behalten. Folgende Themen sollten sich Erziehungsberechtige bewusstmachen und mit ihren Kindern diskutieren:

    Cyberkriminelle nutzen häufig die Beliebtheit bestimmter Computerspiele aus und verleiten die Interessierten mit falschen Links dazu, schadhafte Programme oder Dateien herunterzuladen. Wichtig ist ebenfalls der Gebrauch eines Virenschutzes der einem schon im Internet anzeigen kann, welche Webseiten gesichert sind und von welchen man sich besser fernhalten sollte.

    Allgemein ist für den Online-Gebrauch von Computern ein Virenschutzprogramm unerlässlich um sicherzustellen, dass alle verbundenen Geräte frei von Schadsoftware und Viren bleiben. Auch beim Virenschutz gilt dasselbe Prinzip wie beim System-Update, je früher und regelmässiger man Aktualisierungen herunterlädt, desto besser ist man geschützt. Schliesslich bietet sich auch bestimmte Software zur Kontrolle der Computer-Nutzung an, um die eigenen Kinder vor schadhaften oder unangemessenen Seiten zu schützen.

    Umfrage-Methodik
    McAfee beauftragte OnePoll mit der Durchführung einer Umfrage unter 5.000 Eltern von Kindern zwischen 6 und 16 Jahren, die in Australien, Deutschland, Singapur, den USA und Grossbritannien Online- oder Konsolenspiele spielen. In Deutschland wurden 1.000 Eltern zwischen 22 und 70 Jahren befragt.

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