Ohne Sorgen vom 2,4 GHz-Band zu 5 GHz wechseln

19. Mai 2017
Dirk Gates, Executive Chairman und Gründer von Xirrus. Dirk Gates, Executive Chairman und Gründer von Xirrus. Bild: Xirrus

    Das 2,4 GHz-Band stösst hinsichtlich seiner Nützlichkeit für WLAN-Netzwerke langsam an seine Grenzen. Obwohl 5 GHz-Lösungen schon eine Weile verfügbar sind, halten viele IT-Administratoren einen Wechsel noch immer für kompliziert und favorisieren stattdessen einen 50:50-Mix in ihrem Netzwerkdesign.

    von Dirk Gates

    Laut Gartner wird es bis 2020 mehr als 20 Milliarden vernetzte Geräte geben. Der 2,4 GHz-Standard wurde 1997 eingeführt. Er bietet gerade einmal drei nicht überlappende Kanäle und ist mit der Datenflut inzwischen ziemlich überfordert, was zu Interferenzen und abgebrochenen Verbindungen führt. Wenn es darum geht, die ständig wachsende Anzahl WLAN-fähiger Geräte zu unterstützen, muss die Industrie sich langsam von einer Technologie verabschieden, die in der Ära der Kassettenrecorder entwickelt wurde. Auch wenn Systemadministratoren noch nicht so weit sind, diesen Wechsel zu vollziehen, die Geräte sind es. Neunzig Prozent aller Mobiltelefone, Laptops und Tablets können im 5 GHz-Band operieren. Für den 5 GHz-Standard spricht, dass er eine achtfach höhere Bandbreite bietet und in der Praxis zudem einfacher zu installieren ist. Sein Datendurchsatz ist deutlich besser; er ist das einzige Band, das die Möglichkeiten des 802.11ac-Standards wirklich nutzen kann und - mit bis zu 24 Kanälen - ist das WLAN deutlich weniger verstopft.

    Halbherzige Bereitstellung
    Die neuesten Chipsatzgenerationen unterstützen beide Bänder und sind deutlich kosteneffizienter als ihre Vorläufer. Während die Integration von 5 GHz-Fähigkeiten seitens der Konsumgerätehersteller selbstverständlich war, tut sich die Industrie damit deutlich schwerer. Viele Administratoren sind davon überzeugt, dass die Installation von Dual-Band Access Points für eine adäquate Abdeckung im 5 GHz-Bereich ausreicht. Andere passen sich den Anforderungen an, indem sie die 2,4 GHz-Antennen schlicht abschalten. In der Praxis taugen beide Ansätze nicht: 5 GHz bedarf einer eigenständigen Konfiguration. Netzwerke mit einem 50:50-Mix kommen oft dort zum Einsatz, wo Netzwerkadministratoren keine genauen Informationen zur Anzahl und den Fähigkeiten der Geräte haben, die auf das Netzwerk zugreifen. Netzwerkmanagement-Tools neigen dazu, eher Zuordnungstabellen darzustellen, als die Mandantenfähigkeit, was dazu führen kann, dass viel mehr 5-GHz-Clients unterstützt werden als erwartet. Das Resultat sind zu viele Geräte pro 5 GHz-Sender, was zu schlechten Übertragungsraten und abgebrochenen Verbindungen führt.

    Sich zu 5 GHz bekennen
    Die grösste Hürde bei der Einführung von 5 GHz-WLAN scheint somit eher mangelndes Verständnis, als technische Aspekte zu sein. IT-Administratoren wollen, dass ihre Netzwerke einen gewissen Grad an Flexibilität aufweisen, aber diese Konzepte müssen an eine neue Generation von Anwendern angepasst werden. Um das richtige WLAN-Netzwerk zu wählen, bedarf es einer sorgfältig durchdachten Strategie. 2,4 GHz-Geräte werden nicht schlagartig verschwinden aber die Technologie war niemals dafür gedacht, eine Anzahl von Geräten zu unterstützen, wie sie durch die inzwischen allgegenwärtigen WLAN-Angebote möglich wurden. Systemadministratoren müssen sich fragen, ob die steigenden Anforderungen an die Netzwerke es weiterhin zulassen, 50 Prozent der Access Point-Sender dem 2,4 GHz-Band zu widmen. Ist es in der Lage, die notwendige Performance zu liefern, wenn sich immer mehr Geräte dort tummeln?

    Für viele Unternehmen heisst die Antwort schlicht: Nein! Zwar wird ein gewisser Grad an 2,4 GHz-Unterstützung auch weiterhin benötigt, aber dauerhaft werden es die begrenzten Fähigkeiten immer unzureichender werden lassen. Ein gut durchdachtes Netzwerk ist auf zukünftige Anforderungen ausgelegt. In Bezug auf Technologie bedeuten schon wenige Jahre ganze Gerätegenerationen. Aus Unternehmenssicht muss gewährleistet sein, dass nicht nur die heutige, sondern auch die kommenden Gerätegenerationen unterstützt werden.

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