Unfall im Büro? Leider keine Seltenheit

16. November 2016
Verkehrswege und Durchgänge sollten immer freigehalten werden. Verkehrswege und Durchgänge sollten immer freigehalten werden.

    Jährlich erleiden in der Schweiz fünf von hundert Personen im tertiären Sektor einen Unfall. Nicht wenige davon führen zu Verletzungen bis hin zu Ausfällen. Doch jeder dieser Unfälle ist einer zu viel. Denn bereits mit wenig Aufwand macht man sein Büro zur unfallfreien Zone.

    Ein weggeschobener Papierkorb, eine offene Schublade, ein herumliegendes Laptopkabel – es sind harmlose Gegenstände, die aber rasch zur Gefahr werden, wenn man ihnen keine Aufmerksamkeit schenkt. Ist man im hektischen Büroalltag in Gedanken bereits beim nächsten Meeting, wird eine Aktentasche zur Stolper- und eine vom Putzen noch nasse Bodenfläche rasch zur Rutschgefahr. Wie oft dies der Fall ist, zeigt die Unfallstatistik: Allein im Jahr 2014 ereigneten sich fast 150'000 Berufsunfälle im tertiären Sektor (Handel und Dienstleistungen). Am häufigsten genannt werden dabei Stolper- und Sturzunfälle.

    Arbeitssicherheit geht jeden etwas an
    Nicht selten haben Unfälle im Büro Arbeitsausfälle zur Folge. Um die fehlende Arbeitskraft zu kompensieren, leisten die Kollegen häufig Überstunden und leiden dadurch rasch unter Stress, Überlastung und Übermüdung. Doch nicht nur für die Arbeitskollegen hat ein Ausfall Folgen. Der Betrieb spürt diesen auch finanziell: Ein Ausfalltag kostet den Betrieb im Schnitt 600 Franken, je nach Branche sogar wesentlich mehr.

    Wer trägt die Verantwortung im Büro?
    Gemäss Bundesgesetz über die Unfallversicherung (UVG) und Arbeitsgesetz (ArG) ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, alle Massnahmen zur Verhütung von Berufsunfällen und Berufskrankheiten (Art. 82 UVG) sowie zum Schutz der Gesundheit und der persönlichen Integrität der Arbeitnehmer (Art. 6 ArG) zu treffen, die nach der Erfahrung notwendig, nach dem Stand der Technik anwendbar und den gegebenen Verhältnissen angemessen sind. Gleichzeitig ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, den Arbeitgeber in der Durchführung der Vorschriften zu unterstützen. Es ist also gesetzlich festgelegt, dass die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz im Unternehmen gewährleistet sind. Sowohl aufseiten der Arbeitgeber als auch aufseiten der Arbeitnehmer.

    Achtsam sein – jetzt erst recht!
    Es braucht oft nur wenige Massnahmen, um ein Büro von Stolperfallen zu befreien. Mit einer durchdachten Büroeinrichtung macht man den ersten Schritt. So sollte gut überlegt sein, wo Rollschränkchen, Papierkorb und Altpapiersammlung verstaut oder deponiert werden. Stehen sie in den Gehwegen, werden sie rasch zur Stolperfalle. Auch Absturzgefahren sind einfach zu vermeiden. Stühle und Tische sind beispielsweise gänzlich ungeeignet als Steighilfen. Die sichere Wahl ist eine zweckdienliche und auf Sicherheit geprüfte Steighilfe. Beispielsweise arretieren bei einem Elefantenfuss die Rollen, sobald man auf diesen tritt. Alternativ dienen ein 3-Tritt oder eine Bockleiter mit Spreizsicherung für den sicheren Aufstieg. Stürze auf Treppen sind besonders gefährlich. Die eigene Unachtsamkeit ist die grösste Gefahr für die Gesundheit, schnell ist eine Stufe übersehen. Daher auch beim Treppensteigen den Kopf bei der Sache behalten und – wenn immer möglich – den Handlauf benutzen. Diese und weitere Tipps stellt die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS in Informationsbroschüren und unterhaltsamen Online-Tools kostenlos zur Verfügung.

    Was ist die EKAS?
    In seiner Botschaft zum UVG hat der Bundesrat die Eidgenössische Koordinationskommission für Arbeitssicherheit EKAS (www.ekas.ch) als zentrale Informations- und Koordinationsstelle für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz definiert. Sie koordiniert die Präventionsmassnahmen, die Aufgabenbereiche im Vollzug und die einheitliche Anwendung der Vorschriften in den Betrieben. 

    ekas


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